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Rhein

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Der Rhein (rätoromanisch Rein, schweizerdeutsch Rhy, französisch Rhin, ripuarisch Rhing, niederländisch Rijn) ist eine der am stärksten befahrenen und bedeutendsten Wasserstraßen Europas. Von der Quelle bis zur Mündung hat er eine Gesamtlänge von ungefähr 1.320 km, 883 davon sind schiffbar. Sein inzugsgebiet beträgt 198.735 km² (Angabe nach International River Network (IRN)). Der mittlere Abfluss kurz vor dem Delta beträgt 2.330 m³/s, was nur etwas weniger ist als die Abflussmenge des Nils. Bei Emmerich (Nordrhein-Westfalen) betrug die höchste je gemessene Abflussmenge (Hochwasser 1926) 12.000 m³/s und die niedrigste Abflussmenge (Jahrhundertsommer 1947) 600 m³/s.

NameBearbeiten

Der Name des Rheins geht, wie auch derjenige der Rhône oder die antike Bezeichnung Rhaina für die Wolga, wahrscheinlich auf das indogermanische Verb re oder ri für fließen zurück. Aus dieser Wurzel entstanden z. B. auch das deutsche Verb rinnen oder das altgriechische rhëin, das ebenfalls fließen bedeutet, sowie die romanischen Bezeichnungen für Fluss wie etwa das spanische río. Der Name könnte auch mit dem keltischen ro-ean zusammenhängen, was fließendes Gewässer oder auch großes Wasser bedeuten kann. Die Kelten nannten den Fluss Rhennos, die Römer Rhenus. Auch heute noch wird der Rhein aufgrund des mythischen Hintergrundes als "Vater Rhein" bezeichnet.

VerlaufBearbeiten

KilometrierungBearbeiten

Die Rheinkilometrierung beginnt in der Mitte der Straßenbrücke Konstanz und endet mit Kilometer 1032,8 am Hoek van Holland. Nach ihr richten sich die Schifffahrt und alle Behörden.

Die vollen Rheinstrom-Kilometer werden durch große Tafeln rechtwinklig zur Stromachse an beiden Ufern angezeigt. Die 500-Meter-Marken bestehen aus einem schwarzen Kreuz auf weißem Grund. Die übrigen 100-Meter-Marken – etwa 100 cm x 50 cm große Rechtecke, auf etwa 2 m hohen Eisenstangen – werden durch die Zahlen 1 bis 4 und 6 bis 9 dargestellt.

Die erste durchgehende Vermessung des Rheinstroms wurde am 1. April 1939 abgeschlossen. Dabei wurden einige bereits vorher vermessene Kilometerpunkte übernommen. In Folge dessen kam es zu den sogenannten „kurzen Kilometern“ bei km 22–23 (-0,400 km) Roxheim, km 436–37 (-0,365 km) und oberhalb des Binger Lochs bei km 529–30 (-0,475 km), wodurch die Gesamtlänge des Rheinstroms um ca. 1,2 km anstieg. Gemessen wurde immer rechtwinklig zur Stromachse. Deshalb liegen an den Prallhängen die Messpunkte etwas mehr als 100 m auseinander, an den Gleithängen etwas weniger. Auf der deutsch-schweizerischen Rheinstrecke zwischen Basel und Laufenburg bezieht sich die Zählung nur auf das rechte Rheinufer. Unterhalb von Emmerich läuft die Kilometrierung in den beiden Rheinmündungsarmen in den Niederlanden gleichlautend weiter. In der Schifffahrt ist es deshalb wichtig, bei einer Kilometerangabe immer auch das jeweilige Fahrwasser zu nennen.

Vor 1939 hatten die selbständigen Rheinuferstaaten Baden, Bayern, Hessen und Preußen ebenso wie die Niederlande für ihre Rheinabschnitte eine eigene Kilometrierung, die jeweils an der Landesgrenze mit Null anfing und stromabwärts anstieg. So lag z. B. Königswinter am (preußischen) Kilometer 143, heute 645.

Auch in den nachfolgenden Abschnittsüberschriften sind die Rheinkilometer angegeben.

Gliederung und NamenBearbeiten

Im Quellgebiet

Seine beiden Hauptquellflüsse, der Vorderrhein und der Hinterrhein entspringen im Westen des Kantons Graubünden in den zentralen Schweizer Alpen, der Vorderrhein beim Oberalppass (Surselva), der Hinterrhein am Rheinwaldhorn. Insgesamt sind 13 Quellflüsse nach dem Rhein benannt. Im Einzugsgebiet des Hinterrheins befinden sich der Reno di Lei, der Averser und der Jufer Rhein. Der Vorderrhein kommt als Rein Anteriur, Rein da Tuma vom Tomasee. Unter seinen Nebenflüssen sind der Rein da Curnera, Rein da Cristalina, der Maighelser Rhein (Rein da Maighels), der Medelser Rhein, der Nalpser Rhein (Rein da Nalps) und über den Glenner (Glogn) der Valser Rhein.

Der Alpenrhein

Nach der Vereinigung bei Reichenau fließt der Rhein nordwärts als Alpenrhein und mündet westlich von Hard in den Bodensee. Die dortige Mündung wird als Rheindelta bezeichnet und ist ein Vogelschutzgebiet. Die Rheinstrecke bei Konstanz, die die Bodenseeteile Obersee und Untersee verbindet, wird als Seerhein bezeichnet.

Vom Hochrhein zum Niederrhein

Vom Ausgang des Untersees bei Stein am Rhein bis Basel trägt er die Bezeichnung Hochrhein, weiter bis Bingen Oberrhein. Danach geht er in den Mittelrhein und ab Bonn in den Niederrhein über.

Das Rheindelta

Kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze beginnt das große Rheindelta. Hier gabelt sich der Rhein in zwei Hauptflussarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen, um nach Durchfließen des Hafens von Rotterdam bei Hoek van Holland in die Nordsee zu münden.

Vorder-, Hinter- und AlpenrheinBearbeiten

Von der Quelle bis zum Bodensee

Der Vorderrhein entsteht aus mehreren Quellflüssen nahe dem Oberalppass im Gotthardmassiv. Der Rein da Tuma gilt unter diesen Quellflüssen als die offizielle Rheinquelle. Der (rätoromanisch Rein da Tuma) entspringt dem Tomasee (Lai da Tuma, Lag da Tuma), einem unscheinbaren Hochkar unterhalb des Badus Six Madun. Dort weist eine Orientierungstafel auf die Gesamtlänge des Stroms hin: 1.320 km bis zur Mündung. Das Val Cadlimo mit dem Lago Scuro und vom Reno di Medel durchflossen, ist das einzige südlich des Alpenhauptkamm gelegene Hochtal, das nach Norden in den Rhein entwässert. Erste Stadt am Vorderrhein ist Ilanz.

Der Hinterrhein entspringt dem Paradiesgletscher am Rheinwaldhorn in der Nähe des San Bernardino-Passes in der Gemeinde Hinterrhein GR.

Bei Reichenau vereinigen sich beide Flüsse zum Alpenrhein. Dieser beschreibt bei Chur einen markanten Knick nach Norden und bildet dort auf ca. 25 Kilometern die Grenze zu Liechtenstein. Seit der Kanalisierung und Begradigung seines Wasserlaufs mündet er als „Neuer Rhein“ bei Hard in Österreich in den Bodensee.

Bodensee und SeerheinBearbeiten

Die Strömung des kalten grauen Gebirgswassers setzt sich noch ein Stück an der Oberfläche des Sees fort, ohne sich groß mit dem eher warmen, grünlichen Wasser des Sees zu mischen. Erst am sogenannten „Rheinbrech“ fällt die Strömung auf Grund der grösseren Dichte von kaltem Wasser abrupt in die Tiefe ab. Die Strömung drängt erst wieder auf der anderen Seite am nördlichen deutschen Ufer vor der Insel Lindau an die Oberfläche und folgt diesem bis etwa Hagnau am Bodensee. Ein kleiner Teil der Strömung zweigt vor der Insel Mainau in den Überlingersee ab. Die Hauptströmung wird im „Konstanzer Trichter“ von der „Rheinrinne“ aufgenommen und zum Abfluss geleitet. Je nach Wasserstand ist diese Strömung auf der ganzen Länge deutlich wahrzunehmen.

Der ursprüngliche „Alte Rhein“ mündet auch heute noch an der schweiz-österreichischen Grenze bei Altenrhein. Dieser alte Rhein ist aus Richtung Bodensee etwa zwei Kilometer schiffbar bis etwa in Höhe des Schweizer Ortes Rheineck.

Das Stück Land zwischen den beiden Rheinmündungen, das die österreichischen Ortschaften Gaißau, Höchst und Fußach umfasst, wird als Rheindelta bezeichnet und ist ein Naturschutz- und Vogelschutzgebiet.

Die Rheinregulierung mit dem oberen Rheindurchstich bei Diepoldsau und dem unteren Rheindurchstich bei Fußach wurde durchgeführt, um die fortwährenden Überschwemmungen in Kombination mit starken Sedimentationen im westlichen Rheindelta zu verringern. Inzwischen steht fest, dass der Rhein trotzdem sehr große Mengen an Ablagerungen in den Bodensee hineinträgt und in Folge dessen ein permanenter Kiesabbau in der Mündung mit Schwimmbaggern nötig ist.

Die großen Sedimentfrachten sind Folge der umfangreichen Meliorationen am Alpenrhein.

HochrheinBearbeiten

Vom Bodensee bis Basel, km 0–145

Nach dem Verlassen des Obersee genannten Teil des Bodensees an der Engstelle der Alten Rheinbrücke in Konstanz („Konstanzer Trichter“) fließt er zunächst mit 30 cm Höhenunterschied als Seerhein in den Untersee, bis er bei Stein am Rhein wieder zu einem Fluss wird. Nun Hochrhein genannt, fließt er von Schaffhausen aus weiter Richtung Süden. Kurz darauf stürzt der Fluss den Rheinfall hinunter. Am linken Flussufer befindet sich das Schloss Laufen auf Gemeindeboden von Laufen-Uhwiesen. Am rechten Ufer liegt Neuhausen am Rheinfall. Bei mittlerer Wasserführung tosen hier 373 m³/s (mittlerer Sommerabfluss ca. 700 m³/s) den Rheinfall hinunter, womit er – neben dem Dettifoss in Island – der größte Wasserfall Europas ist. Hier stößt er auf sein altes, vor-würmeiszeitliches Flussbett. Ruhiger fließt er mit einer malerischen Schlinge am Städtchen und Kloster Rheinau vorbei. Zwischen Ellikon am Rhein und Rüdlingen mündet von der linken Rheinseite die renaturierte Thur in den Rhein. Ab der Tösseck (Einmündung der Töss) dreht der Rhein Richtung Westen ab, um kurz nach dem Landstädtchen Eglisau zum Grenzfluss zwischen der Schweiz und Deutschland zu werden. Seit dem Rheinfall wurde der Rhein durch drei Flusskraftwerke gestaut, bis er beim historischen Flecken Zurzach wieder seine natürliche Flusslandschaft erhält. An vielen kleinen Inseln vorbei darf er dies über den Laufen bei Koblenz hinaus beibehalten. Nach dem Laufen mündet von der rechtsrheinischen Seite (Deutschland) die Wutach in den Rhein. Wenige Kilometer flussabwärts mündet von Süden her die Aare noch bei Koblenz (Schweiz), nahe Waldshut als erster größerer Nebenfluss in den Rhein. Erwähnenswert ist dabei, dass die Aare mit einem durchschnittlichen Abfluss von 557 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s). Auf der Insel an dieser Flussmündung soll laut Legende die Heilige Verena auf ihrem Mühlstein gestrandet sein.

OberrheinBearbeiten

Von Basel bis Bingen, km 150–530

Im Rheinknie bei Basel, Schweiz, ändert der Rhein seine Richtung von Ost-West nach Norden. Als Oberrhein wird er vom Dreiländereck Basel, Weil am Rhein und St. Louis (Elsass) bis Lauterbourg gegenüber von Karlsruhe seit 1689 (mit Unterbrechungen) Grenzfluss zwischen Deutschland und Frankreich. Heute sehen die beiden Völker nach drei Kriegen den Rhein nicht mehr als Trennendes an: Die Brücke zwischen Straßburg und Kehl heißt Europabrücke.

Zwischen Basel und Iffezheim ist der Rhein kanalisiert und mit zehn Schleusen aufgestaut. Speziell zwischen Basel und Breisach führt das alte Flussbett des Rheins kaum Wasser. Die Wassermassen werden parallel dazu im Rheinseitenkanal (Grand Canal d'Alsace) auf französischem Staatsgebiet geführt und dort außer für einen sicheren Schiffsverkehr zur Energiegewinnung in Wasserkraftwerken verwendet. Die Kanalisation hat hier nachteilige ökologische Folgen, da der Grundwasserspiegel abhängig vom gesunkenen Flussspiegel stark gesunken ist. Weiterhin kommt es zu einer Verlandung des Flussbettes, was wiederum Folgen für die Flora und Fauna der Flussaue hat.

Für die nächsten 200 bis 300 Kilometer fließt der Rhein in der rund 40 Kilometer breiten Oberrheinischen Tiefebene zwischen Schwarzwald und Vogesen beziehungsweise Pfälzerwald und Kraichgau/Odenwald. Dieser Abschnitt wurde ab 1817 durch Johann Gottfried Tulla im Zuge der Rheinbegradigung von einem in der Rheinniederung träge dahin mäandrierenden Fluss in einen gerade, schnell fließenden und sich einschneidenden und von Dämmen flankierten Fluss umgewandelt. Bei Straßburg münden die Ill sowie der Canal de la Marne au Rhin und der Canal du Rhône au Rhin in den Rhein. Unterhalb der Schleuse Iffezheim werden dem Rhein jährlich bis zu 250.000 t Geschiebe zugeführt, da durch die Kanalisation kein Geschiebe mehr vom Oberrhein kommen kann.

Von Lauterbourg/Karlsruhe bis Mannheim/Ludwigshafen bildet der Rhein die Grenze zwischen Baden-Württemberg (rechtsrheinisch) und Rheinland-Pfalz (linksrheinisch). Bei Mannheim auf der rechten Rheinseite mündet der von Südosten kommende Neckar als zweiter großer Nebenfluss, der teilweise die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen bildet.

Bei der Nibelungenstadt Worms, wo der Oberrhein unter anderen die Bürgerweide Worms (ein Überschwemmungsgebiet) passiert, münden aus westlichen Richtungen kommend erst der Eisbach und dann die Pfrimm ein und bei Biblis die Weschnitz. Bei Stockstadt begrenzt der Rhein das größte Hessische Naturschutzgebiet und UNESCO-Europa-Reservat Kühkopf-Knoblochsaue. Gegenüber von Mainz am Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim mündet der Main in den Rhein, der von dort für einen kurzen Abschnitt, ebenfalls Rheinknie genannt, seine Richtung nach Westen ändert und anschließend bei Bingen an der Nahemündung nach Nordwesten dreht.

MittelrheinBearbeiten

Von Bingen bis Bonn, km 530–660

Von dort durchschneidet der Mittelrhein in einem steilen, engen Durchbruchstal das Rheinische Schiefergebirge: Linksrheinisch Hunsrück und Eifel, rechtsrheinisch Taunus und Westerwald.

Dieser Abschnitt ist der touristisch beliebteste Teil des Rheins, der von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz Weltkulturerbe ist. Die bekanntesten touristischen Veranstaltungen sind in den Sommermonaten die Feuerwerke Rhein in Flammen und im Spätsommer die Weinfeste.

Bei Kaub liegt malerisch mitten im Rhein die Burg Pfalzgrafenstein. Einige Kilometer weiter flussabwärts umfließt der Rhein den sagenumwobenen Loreley-Felsen, bis er sich bei Boppard durch den Bopparder Hamm, eine imposante Rheinschleife windet. Von Osten nimmt er nun die Lahn und am Deutschen Eck in Koblenz von Südwesten die Mosel auf. Aus der Eifel bei Sinzig kommt die Ahr, und aus dem Westerwald unterhalb von Neuwied die Wied. Zu den bekanntesten Burgen des Mittelrheins gehören Burg Lahneck, die Marksburg und die feindlichen Brüder Liebenstein und Sterrenberg.

NiederrheinBearbeiten

Von Bonn bis Hoek van Holland, km 660–1.033

An der südlichen Stadtgrenze von Bonn und der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen weitet sich das enge Mittelrheintal zur Kölner oder Niederrheinischen Bucht, die bereits zur norddeutschen Tiefebene zählt. Nördlich von Bonn mündet die Sieg in den Rhein, der von hier ab Niederrhein genannt wird (die Region Niederrhein beginnt jedoch erst weiter nördlich).

Wichtigste Hafenstädte in diesem Stromabschnitt sind Köln, Düsseldorf, Neuss und Duisburg mit Duisport, Europas größtem Binnenhafen und international bedeutendem Logistikstandort an der Mündung der Ruhr und des Rhein-Herne-Kanals. 30 km flussabwärts mündet in Wesel die zweite Ost-West-Schifffahrtsverbindung, der parallel zur Lippe verlaufende Wesel-Datteln-Kanal in den Rhein, und nach 40 km spannt sich in Emmerich die längste Hängebrücke Deutschlands über den an dieser Stelle mehr als 700 Meter breiten Strom.

RheindeltaBearbeiten

Nach weiteren 15 Kilometern, drei Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze bei Millingen am Rhein, beginnt das große Delta des Rheins. Hier teilt sich der Rhein in zwei Hauptarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen. Die Waal übernimmt 60 % des Rheinwassers, der Lek 29 % und die abzweigende IJssel 11 %.

Der nördliche Rheinarm ist der Pannerdens Kanaal(dt. Pannerden-Kanal) der nach ein drittel der Strecke Richtung Arnheim, (wo das Alte Flussbett des Oude Rijn war, siehe weiter unten) über geht in den Nederrijn, von dem wiederum kurz vor Arnhem die IJssel abzweigt. Die IJssel fließt über Deventer und Zwolle nach Norden und mündet bei Kampen ins IJsselmeer. Der Nederrijn geht kurz vor dem Amsterdam-Rijn kanaal über in die Lek.

Bis etwa 900 n. Chr., als der Lek zum Hauptstrom wurde, bildeten der Kromme Rijn und der Oude Rijn den eigentlichen Flusslauf.

Der südliche Rheinarm ist der Bijlands Kanaal, der in die Waal übergeht, die im Unterlauf die Namen Boven Merwede, Beneden Merwede und Noord trägt, bis er sich wenige Kilometer vor Rotterdam in Krimpen aan de Lek mit dem nördlichen Arm vereinigt. Bei Werkendam teilt sich die Merwede und fließt links an der Dordrechter Insel zum Hollands Diep, in das auch die Maas mündet. Von dort besteht über die Dordtse Kil und die Oude Maas wieder eine Verbindung zum Nieuwe Waterweg im Rotterdamer Hafengebiet. Die Nieuwe Merwede wurde von 1861-1874 gebaut um die Hochwasser schneller abführen zu können.

Gemeinsam durchfließen sie als Nieuwe Maas und danach als Scheur den Hafen Rotterdam und münden über den Nieuwe Waterweg bei Hoek van Holland in die Nordsee.Die Abflussmenge in die Nordsee kann man wegen der Gezeiten nicht genau beziffern. Bei Flut wird das Wasser noch bis Werkendam gestaut. Selbst in der Nordsee ist das Flussbett noch eine Weile lang unter Wasser zu verfolgen.


NebenflüsseBearbeiten

Der wasserreichste Nebenfluss des Rheins ist die Aare, die bei Koblenz (Schweiz), bzw. Waldshut-Tiengen, mündet. Sie entwässert die Zentralschweiz und bringt mit einem mittleren Jahresabfluss von 590 m³/s deutlich mehr Wasser ein, als der Rhein am Zusammenfluss selbst mitführt (470 m³/s). Erst mit großem Abstand folgen die bekannten deutschen Nebenflüsse Mosel (290 m³/s), Main (190 m³/s) und Neckar (140 m³/s).

Linksrheinische Nebenflüsse Rechtsrheinische Nebenflüsse

Rheininseln Bearbeiten

Die Rheininseln werden je nach geografischer Lage oder Sprachgebrauch Wörth, Werth, Aue oder einfach als Insel bezeichnet. Einige der in der Liste aufgeführten Inseln sind, bedingt durch Strombaumaßnahmen keine Inseln im wörtlichen Sinne mehr, werden aber immer noch so bezeichnet.(mit „X“ markiert). In den meisten von der Großschifffahrt nicht mehr befahrbaren Stromarmen sind Marinas entstanden. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Kilometerangaben sind ca. Im Ober- und Niederrhein sind wegen der Rheinbegradigung keine Inseln im Sinne des Wortes vorhanden, d.h.sie liegen nicht im Rhein sondern im Uferbereich.

Oberrhein Bearbeiten

Rappenwörth km 358 r x
Insel Grün (oberh.Germersheim) r x
Flotzgrün km 392 l x
Kollerinsel km 409 l x
Friesenheimer Insel (in Mannheim) r x
Kühkopf Insel km 470 r x
Schusterwörth km 479 r x
Nackenheimer Werth, Sändchen und Kisselwörth,
dazwischen Nachengasse
km 489 l
Nonnenaue km 491 r x
Rabenwerth km 493 r x
Bleiaue (gegenüber Mainz-Weisenau) x
Maaraue (gegenüber Mainz) x


Mittelrhein Bearbeiten

Petersaue km 500 l
Rettbergsaue km 504 m
Schiersteiner Aue km 506 r x
Eltviller Aue km 515 l
Mariannen Aue km 513-17 l
Fulder Aue km 526 l
Ilmen Aue km 527 l
Rüdesheimer Aue km 528 m
Mäuseturminsel (Bingen am Rhein) km 530 l
Lorcher Werth km 539 r
Bacharacher Werth km 541 l
Kauber Werth verbunden mit Pfalzgrafenstein km 544,55-545,15 r
Tauber Werth (unterhalb Oberwesel)
Ehrenthaler Werth (unterhalb St. Goar-Fellen) l
Oberwerth (Koblenz) l x
Niederwerth (einzige Rheininsel mit Dorf) km 597 r
Graswerth km 598 r
Urmitzer Werth km 603 r
Weißenthurmer Werth km 606 m
Namedyer Werth (mit Geysir Andernach) km 615 l x
Hammersteiner Werth km 620 r x
Nonnenwerth km 642 l
Grafenwerth km 642 r x
Herseler Werth l


NiederrheinBearbeiten

Ölgangsinsel Neuss l x
Kaiserswerth (Stadtteil Düsseldorfs) r x
Graf(v)insel (Campingplatz) km 817 r x
Bislicher Insel km 823 l x
Reeser Eiland km 834-36 r x
Dornick Grieth r x
Emmericher Eyland Kalkar l x


l linksrheinisch, r rechtsrheinisch, m beidseitig umfahrbar x mit dem Ufer verbunden

Brücken Bearbeiten

Der Rhein wird zwischen Basel und seiner Mündung von etwa 100 Brücken überquert. Eine Auswahl:

Bestehende Brücken Zerstörte Brücken


Verbindung zu anderen Flusssystemen Bearbeiten

Der Rhein hat über Kanäle Verbindungen zu anderen Flüssen:


LiteraturBearbeiten

  • Klaus Honnef, Klaus Weschenfelder, Irene Haberland (Hrsg.): Vom Zauber des Rheins ergriffen... Zur Entdeckung der Rheinlandschaft. Klinkhardt & Biermann, München 1992 (Mit zahlreichen Abbildungen der deutschen Burgen und Städte am Rhein in Kunstwerken englischer und niederländischer Künstler der vergangenen Jahrhunderte).
  • Landschaftsverband Rheinland (Hg.): Brücken über den Rhein. Köln 1996.
  • Wilhelm Kimpel: Die Steuerleute und Lotsen auf der Gebirgstrecke des Mittelrheins mit ihren Stationen in Bingen, Kaub und St. Goar, 2. erw. Aufl. Kaub 1999. ISBN 3-929866-04-8. (vergriffen)
  • Ingo Runde: Zur Bedeutung und Entwicklung des Rheinhandels im Früh- und Hochmittelalter. In: Schutz des Kulturerbes unter Wasser. Veränderungen europäischer Lebenskultur durch Fluss- und Seehandel. Beiträge zum Internationalen Kongress für Unterwasserarchäologie (IKUWA '99), 18.-21. Februar 1999 in Sassnitz auf Rügen. Lübstorf 2000 (Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns 35), S. 297-309.
  • Gertrude Cepl-Kaufmann, Antje Johanning (Hrsg.): Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. Darmstadt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2003. ISBN 3-896-78465-X
  • Hans Chr. Hoffmann, Dietmar Keller, Karin Thomas (Hrsg.): Der Rhein – Unser Weltkulturerbe. Köln: Dumont 2003. ISBN 3-832-17323-4
  • Manfred Fenzl: Der Rhein. Schaffhausen – Nordsee und zum IJsselmeer. Führer für Binnengewässer. 4. Aufl. Bielefeld; Delius Klasing 2005. ISBN 3-89225-466-4
  • Martin Stankowski, Links + Rechts, der andere Rheinreiseführer, vom Kölner Dom bis zur Loreley. Köln: Kiepenheuer und Witsch 2005. ISBN 3-462-03573-8

Weblinks Bearbeiten

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