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Kreuz

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Ein Autobahnkreuz ist ein planfreier Knotenpunkt zweier Autobahnen. In Österreich nennt man Autobahnkreuze Knoten, in der Schweiz heißen sie Verzweigungen. In Deutschland spricht man vorwiegend bei vierarmigen Autobahnknotenpunkten von einem Autobahnkreuz. Dreiarmige Knotenpunkte werden meist als Autobahndreieck oder Autobahngabelung bezeichnet. Bei der kreuzungsfreien Anbindung einer Autobahn an eine autobahnähnliche (Bundes)straße spricht man lediglich von einem Kreuz. Auf neueren Schildern werden alle genannten Varianten durch das Kreuzsymbol angekündigt.

Bauteile Bearbeiten

Ein Kreuz weist in der Regel folgende Teile auf:

Ein- und Ausfahrbereiche Bearbeiten

Der Einfahrbereich auf die Autobahn besteht aus der Beschleunigungsspur und verbindet die Verteilerfahrbahn bzw. die Verbindungsrampe mit der Autobahn. Analog dazu besteht der Ausfahrbereich aus der Verzögerungsspur. Normalerweise besitzt jede Richtungsfahrbahn jeweils einen Ein- und Ausfahrbereich. Diese Bereiche sind so angelegt, dass der Verkehr auf der Autobahn möglichst wenig beeinträchtigt wird. Durch die Möglichkeit der Beschleunigung bzw. Abbremsung auf den Ein- und Ausfahrbereichen können die Fahrzeuge jederzeit dem Verkehrsfluss angepasst auf der Autobahn fahren.

Verteilerfahrbahn Bearbeiten

Die Verteilerfahrbahnen stellen die Verbindung zwischen den Ein- bzw. Ausfahrbereichen und den Verbindungsrampen her. Sie sind notwendig, damit nur jeweils eine Ein- und Ausfahrt auf der Autobahn vorhanden ist, wodurch die Verkehrssicherheit und die Leistungsfähigkeit des Autobahnknotens erhöht werden. Normalerweise zweigen von einer Verteilerfahrbahn mindestens zwei Verbindungsrampen ab. Nur in speziellen Fällen existiert keine Verteilerfahrbahn, weil der Knotenpunkt mehrere Ein- oder Ausfahrbereiche besitzt oder nur eine Verbindung in eine Richtung vorhanden ist. Das Kleeblatt hat die aufwendigste Bauweise, mit jeweils zwei abgehenden und auftreffenden Rampen sowie einer Ein- und Auffahrt.

Verbindungsrampen Bearbeiten

Die Aus- und Einfahrten werden mittels Verbindungsrampen miteinander verbunden. Dabei wird bei den drei Grundformen zwischen einer direkten, halbdirekten und indirekten Verbindungsrampe unterschieden, die ausschlaggebend für die Bauform des Autobahnkreuzes sind.

Überführungsbauwerke Bearbeiten

Die planfreie Ausführung von Knotenpunkten ist nur mit Hilfe von Überführungsbauwerken (Brückenbauwerken) zu realisieren. Sie sind der größte Kostenfaktor bei einem Autobahnkreuz und daher ein wichtiger Aspekt bei der Wahl der Bauform. Neben der Anzahl der notwendigen Bauwerke sind auch die Spannweite, Länge und Höhe relevant. Einfache Überführungen überbrücken lediglich eine Fahrbahn, während sehr aufwendige Bauwerke mehrere Fahrbahnen tragen und überbrücken können und sogar zur Überquerung mehrerer anderer Überführungsbauwerke dienen können.

Geschichte Bearbeiten

Die Erfindung der planfreien Kreuzung geht auf den amerikanischen Bauingenieur Arthur Hale zurück, dessen Kleeblatt-Kreuz am 29. Februar 1916 beim Patentamt eingetragen wurde. In Europa gilt der Schweizer Willy Sarbach als Erfinder, der 1927 Pläne von einem „Kleeblatt“ auf einer Autobahnausstellung in Basel als Antwort auf die Preisfrage der HAFRABA nach einer Lösung für die „kreuzungsfreie Kreuzung“ zweier Schnellstraßen vorstellte, die am 15. Oktober 1928 als Patent eingetragen wurden. Davon unabhängig stellte Edward Delano aus Philadelphia, inspiriert durch die Verkehrsführung in Buenos Aires, bei der statt direktem Rechtsabbiegen -es herrschte Linksverkehr!- durch dreimaliges Linksabbiegen ein Block umfahren wurde, um nach rechts abzubiegen, das gleiche Konzept vor. Dieses führte 1928 zum Bau des ersten echten Autobahnkreuzes der Welt bei Woodbridge, New Jersey, das bis heute existiert.

In den 1930er Jahren, als man in Deutschland im großen Stil den Bau von Autobahnen plante, wurde das Thema Autobahnknotenpunkte akut. 1936 wurde das Schkeuditzer Kreuz bei Leipzig als erstes Autobahnkreuz Europas in Betrieb genommen und 1938 fertiggestellt.

Das Kamener Kreuz wurde 1937 eingeweiht, hatte aber noch keine Funktion, da die A 1 noch nicht fertiggestellt war. Erst 1965 wurde das als Kleeblatt gebaute Autobahnkreuz in vollem Umfang in Betrieb genommen.

Bereits 1933 wurde das Frankfurter Kreuz konzipiert und in den Jahren 1939–1941 vorläufig trassiert, konnte aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg fertiggestellt werden und wurde am 10. Juli 1956 durch den damaligen Verkehrsminister Hans-Christoph Seebohm dem Verkehr übergeben.

Uneigentliche Autobahnkreuze Bearbeiten

Es gibt in Deutschland einige Schnittpunkte von Autobahnen mit vierspurigen, nicht als Autobahn klassifierten Schnellstraßen, welche als Autobahnkreuz bezeichnet werden. Beispiele hierfür sind das Wörther Kreuz, das Autobahnkreuz Speyer, das Autobahnkreuz Hannover-Kirchhorst, das Kreuz Nürnberg-Hafen, das Autobahnkreuz Hannover-Buchholz und das Oggersheimer Kreuz. Allerdings werden nicht alle Schnittpunkte zwischen Autobahnen und vierspurigen Schnellstraßen so bezeichnet, zum Beispiel trägt die Ausfahrt Stuttgart-Degerloch (Schnittpunkt der A 8 mit der autobahnartig ausgebauten B 27) keine derartige Bezeichnung. Sie hat lediglich den umgangssprachlichen Namen "Echterdinger Ei" bekommen.

Siehe auch Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

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