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Europastraßen

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Die Europastraßen bilden ein weit verzweigtes Netz von Fernstraßen, dass sich quer durch alle Staaten des europäischen Kontinents zieht. Es beschränkt sich dabei nicht auf Europa, sondern bezieht auch angrenzende Staaten mit ein. Die längste Europastraße ist die E40, die über 8.000 km von Calais in Frankreich bis an die chinesische Grenze in Kasachstan führt.

GeschichteBearbeiten

Die Europastraßen wurden durch die UN/ECE (United Nations Economic Commission for Europe) am 15. November 1975 festgelegt. Rechtliche Grundlage bildet das European Agreement on Main International Traffic Arteries (AGR) (Europäisches Übereinkommen über die Hauptstraßen des internationalen Verkehrs). Deutschland trat dem Abkommen im Jahre 1976 bei. Im Jahre 2008 zählte das Abkommen 37 Mitgliedsstaaten.

Nummerierung und BeschilderungBearbeiten

Die Europastraßen sind grün beschildert. Auf Autobahnen mit blauer Beschilderung zeigt eine grün unterlegte Nummer die Europastraße an. Bis 1985 wurden die Europastraßen einstellig nummeriert. Teilweise ist diese einstellige Nummerierung bis heute noch vorhanden. Dies ist dann der Fall, wenn die Europastraße seit 1985 noch nicht umnummeriert wurde. Die Nummerierung folgt heute dem folgenden Prinzip: Die wichtigsten Europastrßen werden zweistellig nummeriert und enden jeweils mit einer "5" oder einer "0", wobei die auf "5" endenden Europastraßen immer von Nord nach Süd, die auf "0" endenden Europastraßen immer von West nach Ost verlaufen. Sie werden jeweils von West nach Ost, bzw. von Nord nach Süd durchnummeriert. Jeweils dazwischen liegende Europastraßen haben gerade oder ungerade Nummern. Diese Europastraßen sind Straßen der A-Kategorie. Europastraßen der B-Kategorie haben dreistellige Nummern.

Festlegungen der baulichen MindestansprücheBearbeiten

Da das AGR keine Gesetzeskraft besitzt versucht es Mindestanforderungen an Europastraßen festzulegen, um so eine europaweite Einheitlichkeit des Straßenbildes zu ermöglichen. Werden diese Mindestanforderungen nicht erfüllt, so entstehen dem jeweiligen Staat keine Nachteile oder Strafen. Die baulichen Mindestansprüche werden im 2. Anhang des AGR beschrieben.


Klassifikationen der StraßensystemeBearbeiten

Laut Maßgabe des AGR sollten internationale Straßen, also auch Europastraßen, mindestens den ersten beiden Straßenklassen angehören

  • Motorways:

Ein "Motorway" (auf deutsch Autobahn) ist eine Straße, die speziell für die Bedürfnisse des motorisierten Verkehrs ausgerichtet ist. Diese Straßen sind baulich getrennt. Kreuzungen mit anderen Straßen, Zugstrecken, Tramstrecken und Fußgängerwegen sind planfrei. Weiterhin sind diese Straßen besonders als "Motorway" ausgeschildert.

  • Express roads:

"Express roads" (auf deutsch Schnellstraßen) sind Straßen, die vor allem für den Kraftfahrzeugverkehr ausgerichtet sind. Sie sind nur über Auffahrten oder geregelte Kreuzungen befahrbar. Es ist verboten, auf den Fahrspuren zu halten oder zu parken.

  • Ordinary roads

"Ordinary roads" (auf deutsch normale Straßen) sind alle Straßen, die für alle Fahrzeuge und Verkehrsteilnehmer freigegeben sind.

planerische MindestvoraussetzungenBearbeiten

Kategorie und geforderte Geschwindigkeit
Motorway 80 - 140 km/h
Express roads 60 - 120 km/h
Ordinary roads 60 - 100 km/h

Straßen sollten so geplant werden, dass sie einen bestmöglichen Verkehrsfluss bei maximaler Sicherheit ermöglichen, wobei das normale Verhalten eines durschnittlichen Fahrers beachtet werden sollte. Das Design der Verkehrswege sollte möglichst intuitiv gestaltet werden, also auch ein Mindestmaß an Kontinuität erreichen, sodass die gesamte Strecke ähnlich wirkt. Bei den drei oben genannten Straßenkategorien gelten außerdem jeweils bestimmte Geschwindigkeiten, die zu erreichen durch die Bauweise ermöglicht werden soll. Geschwindigkeiten von über 100 km/h sollten aber nur ermöglicht werden, wenn die Richtungsfahrbahnen getrennt sind und die Bauweise der Anschlussstellen die Geschwindigkeiten zulassen. Aus topographischen Gründen oder sonstigen planerischen Problemen kann auch von den geforderten Geschwindigkeiten abgewichen werden. Diese Geschwindigkeitsbeschränkungen sollten aber so ausgeschildert werden, dass sie der Fahrer früh genug wahr nimmt und sich darauf vorbereiten kann. Weiterhin sollten die Straßen so entworfen werden, dass sie über weite Teile identische Charakterisitka aufweisen. Die Straßen sollten immer so entworfen werden, dass sie den Zulassungsbeschränkungen für Fahrzeuge in dem jeweiligen Land entsprechen.

Kurvenradien und andere ParameterBearbeiten

Geschwindigkeit und empfohlene bauliche Parameter
Geschwindigkeit 60 80 100 120 140
minimaler Kurvenradius (bei maximalem
Neigungswinkel von 7%) auf ebener Strecke
120 240 425 650 1000
maximale Steigung (in Prozent) 8 7 6 5 4
minimaler Kurvenradius bei höchster Steigung (eine Fahrbahn) in m 1500 3000 6000 10000 18000
minimaler Kurvenradius bei höchster Steigung (zwei Fahrbahnen) in m 1600 4500 10000 -- --
minimaler Radius bei geringster Steigung 1500 2000 3000 4200 6000

Die Straßen sollten zu jeder Zeit so gebaut sein, dass es dem Fahrer möglich ist, Fahrmanöver zu planen und kritische Stellen und Situationen voraussehen zu können. Dies gilt besonders bei Anschlussstellen und Kreuzungen. Die minimale Sichtweite sollte mindestens soweit sein wie der Halteweg eines normalen Fahrzeugs. Wo eine solche Sichtweite nicht umgesetzt werden kann, sollten Überholverbote eingerichtet werden. Desweiteren sollten Abbiegespuren und gesonderte Wege für Fußgänger und Radfahrer errichtet werden um den Verkehr so flüssig wie möglich zu halten. Die Anzahl der Fahrspuren sollte sich nach der Dichte des Verkehres richten, auch sollten wirtschaftliche Überlegungen dabei eine Rolle spielen. Beim Bau dreispuriger Straßen sollte beachtet werden, dass die mittlere Spur niemals gleichzeitig von beiden Seiten als Überholspur genutzt werden kann. Um die Sicherheit zu erhöhen sollten vierspurige Straßen immer baulich getrennt sein. An starken Steigungen sollten unter Umständen weitere Fahrspuren eingerichtet werden um so den Verkehr flüssig zu halten. Die Fahrspuren sollten immer mindestens 3,50 m breit sein. Standstreifen können dagegen 3 m breit sein. Auf Motorways sollten durchgehend Seitenstreifen angebracht werden. Aus Sicherheitsgründen sollten außerdem 3 m links und rechts der Fahrbahn keine Hindernisse sein. Sollte kein Standstreifen angebaut werden, sollten in regelmäigen Abständen Haltebuchten errichtet werden. Außerdem sollte die Straße so entworfen werden, dass Schilder immer gut sichtbar sind. Mittelstreifen sollten 3 m breit sein, oder aber zumindest genug Platz für eine bauliche Trennung bieten. Die Straßenoberfläche selbst sollte eine Neigung von 2 - 3 % aufweisen um so den Abfluss von Wasser zu ermöglichen.

Knotenpunkte Bearbeiten

Knotenpunkte müssen für den Fahrer als solche erkenntlich sein (z.B. durch Beschilderung). Auf Straßen die in beide Richtungen befahren werden sollten teilplanfreie oder plangleiche Knotenpunkte gebaut werden. Auch kommt, wenn der Verkehr dies zulässt, der Bau von Kreisverkehren in Frage. Auf Straßen mit zwei Richtungsfahrbahnen sollten immer planfreie Knotenpunkte errichtet werden. Auf Motorways sollte dies immer geschehen.

plangleiche Knotenpunkte Bearbeiten

Plangleiche Knotenpunkte sollten früh für den Fahrer erkenntlich sein. Die Geometrie der Kreuzung sollte so simpel wie möglich gehalten werden um den Fahrer nicht zu verwirren. Kreuzungen mit mehr als 4 zulaufenden Wegen sollten so gebaut werden, dass bestimmte Verkehrsflüsse bereits vor der Kreuzung zusammengeführt werden, oder als Kreisverkehre. Auf den Straßen niedrigerer Kategorie die an der Kreuzung auf Straßen höherer Kategorie treffen sollten Verkehrsinseln eingerichtet werden. Vor Kreuzungen sollten besonders breite Spuren vermieden werden, da sie den Fahrer zum Fahren mit höherer Geschwindigkeit animieren. Bei Bedarf sollten Abbiege-, Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen eingerichtet werden. Diese sollten auch durch Markierungen kenntlich gemacht sein.

planfreie Knotenpunkte Bearbeiten

Anschlussstellen und planfreie Knotenpunkte sollten alle gleich wirken, da die Fahrer "erwarten", auf den Rampen immer ähnliche Manöver durchzuführen. Die Form der Knotenpunkte sollte von der Topographie, den Typ der kreuzenden Straße und an eventuell in der Auffahrt vorhandenen Mautstationen abhängig sein. Rampen die in eine Richtung befahren werden sollten mindestens eine Breite von 6m, Rampen die in beide Richtungen befahren werden von 9m haben. planfreie Knotenpunkte sollten mit Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen ausgestattet sein. Knoten mit Bahnstrecken sollten ebenfalls planfrei ausgeführt werden.

begleitende Einrichtungen Bearbeiten

Schilder und Verkehrszeichen sollten, nach den Vorgaben internationaler Vereinbarungen, homogen gestaltet sein. So sollen Schilder mit gleicher Aussage identische Zeichen enthalten und von einer der Geschwindigkeit entsprechenden Distanz sowohl bei Tag als auch bei Nacht erkennbar sein. Ihre Bedeutung soll sich allen Fahrern aus unterschiedlichen Ländern schnellstmöglich erschließen. Auf unbeleuchteten Straßen sollten beleuchtete oder reflektierende Schilder angebracht werden. Zu viele Schilder sollten ebenfalls vermieden werden.

Straßenmarkiereungen sollten mit den Schildern überinstimmen. Sie sollten aus Materialien bestehen die nicht zu schnell ihre Konsistenz verlieren damit sie nicht zu schnell vom Verkehr abgetragen werden.

Baustellen und andere verkehrsbehindernde Vorkommen (z.B. Unfälle) sollten ebenfalls frühzeitig ausgeschildert oder kenntlich gemacht werden. Dabei sollten die dauerhaft befestigten Beschilderungen die den Vorrübergehenden widersprecen entfernt oder unkenntlich gemacht werden.

Sicherheitszäune und Leitplanken sollten angebracht werden um zu verhindern, dass ein Fahrzeug die Straße bei einem Unfall verlassen kann. Sie sind besonders auf Bauwerken wichtig.

Außerhalb beleuchteter Streckenteile kann eine Bepflanzung des Mittelstreifens die Gefahr mindern, dass ein Fahrer vom Gegenverkehr geblendet wird. Bei parallel verlaufenden Straen kann eine Bepflanzung auch am Straßenrand sinnvoll sein.

Einflussnahme auf den Verkehr Bearbeiten

Zum einen kann der Verker über Ampeln gesteuert werden. Andere Lichtsignale (z.B. Blitzlicht) sind geeignet, vor besonderen Gefahren zu warnen. Veränderliche Verkehrszeichen sollten ebenso wie statische Verkehrszeichen leicht verständlich sein. Es sollten an allen internationalen Straßen Notrufsäulen angebracht werden. Auf Motorways sollten diese in Intervallen von 2km stehen. Wo keine Notrufsäulen sondern öffentliche Telefone errichtet sind, sollte mit Schildern auf deren Standort hingewiesen werden. Beleuchtungsanlagen sollten an Grenzpunkten, langen Tunneln und wichtigen Knotenpunkten mit anderen internationalen Straßen angebracht sein. In der Nähe von Flughäfen oder großen Industrieanlagen mit starker Beleuchtung, die die Fahrer verwirren könnte, wird ebenfalls empfohlen Beleuchtungseinrichtungen an der Straße anzubringen.

Schutz vor Wild und Tieren Bearbeiten

Um die Fahrer und den Verkehr zu schützen, sollte Tieren der Wildwechsel über die Strasse und das Betreten erschwert werden. Stattdessen sollten Über- und Unterführungen für Tiere den Wechsel ermöglichen.

Rast- und Tankanlagen Bearbeiten

Entlang internationaler Stration sollten ausreichend Rast- und Tankanlagen vorhanden sein. Bei Rastanlagen ist zu bedenken, dass sie dem Fahrer erlauben, sich von der Monotonie des Straßenverkehrs zu erholen. Deshalb ist eine entsprechende Einbettung in die Landschaft besonders wichtig. Tankanlagen sollen ebenfalls der Erholung auf Reisen dienen können. Sowohl Tank- als auch Rastanlagen sollten immer auch die Entfernung zur nächsten Anlage ausweisen.

Umwelt- und Landschaftsschutz Bearbeiten

Aufgrund der starken gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte ist der Umweltschutz auch beim Straßenbau immer wichtiger geworden. Straßen sollten deshalb mit der Landschaft harmonieren. Um dies sicherzustellen, sollten Umweltverträglichkeitsprüfungen vor dem Bau durchgeführt werden. Auch sollten Hinweisschilder angebracht werden, um das Bewusstsein des Fahrers für die Umwelt zu stärken.

Bei der Planung einer Straße sollten folgende Faktoren bedacht werden: Anwohner, Flora, Fauna, Bodenbeschaffenheit, Wasser- und Luftschutz, das Mikroklima, die Landschaft, die Eigentumsverhältnisse und das örtliche kulturelle Erbe. Deshalb sollten sich Straßen entlang der Landschaft bei entsprechenden Steigungen in die Landschaft einfügen, Wasser-, Luft- und Lärmemission sollte minimiert werden, außerdem sollten Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden.

Erhaltung der Straße Bearbeiten

Jederzeit sollte darauf geachtet werden, dass die Straße in einem bestmöglichen Zustand ist. Bei der Planung sollten die Erhaltungskosten mitbedacht werden. Aber auch die Erhaltung selber sollte geplant sein. Hierfür ist es angebracht, ständig Daten über den Zustand der Straße und deren umgebenden Einrichtungen zu erheben. Aufgrund der Verkehrssicherheit sollten bestimmte Erhaltungsmaßnahmen Vorrang genießen. So sollte ständig die Asphaltdecke auf Rutschfestigkeit und Wasserabfluss geprüft werden. Besonders wichtig ist der Erhalt von Bauwerken wie Brücken oder Tunneln. Sicherheitseinrichtungen wie Beleuchtungsanlagen, aber auch Straßenschilder und Markierungen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Auch der Winterdienst ist wichtig für den Erhalt der Verkehrssicherheit.

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