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A6 (Deutschland)

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Die Bundesautobahn 6 (Abkürzung: BAB 6) – Kurzform: Autobahn 6 (Abkürzung: A 6) – ist eine deutsche Autobahn. Sie ist rund 474 Kilometer lang und verläuft von der französischen Grenze bei Saarbrücken als Verlängerung der A 320 über Mannheim und Nürnberg nach Tschechien, wo sie in die D 5 übergeht.

Geschichte Bearbeiten

Kaiser Karl IV. (HRR) (1316-1378) erhob die Straßenverbindung zwischen den ehemaligen Reichsstädten Nürnberg und Prag zur Reichsstraße, weswegen sie als Via Carolina bezeichnet wird. Ab 1932 bzw. ab 1939 folgte die Reichsstraße 14 dem historischen Vorbild, führte aber auch von Nürnberg nach Westen bis ca. Schwäbisch Hall, wo die R 14 (bzw. B 14) nach Südwesten Richtung Stuttgart schwenkt.

1935 bis 1955 Bearbeiten

Mannheim Bearbeiten

Im Jahr 1935 wurde der erste Autobahnabschnitt zwischen dem Autobahndreieck Viernheim und dem Autobahnkreuz Mannheim freigegeben. Die im Bau befindliche Theodor-Heuss-Rheinbrücke nördlich von Mannheim stürzte 1940 ein und begrub zahlreiche Arbeiter. Der Bau der Autobahn in diesem Abschnitt wurde daraufhin kriegsbedingt eingestellt. Erst 1953 wurde die erste Fahrbahn der heutigen A 6 zwischen Mannheim und Frankenthal dem Verkehr übergeben. Die zweite Fahrbahn folgte 1961.

Landstuhl bis Frankenthal Bearbeiten

Der 30 km lange Abschnitt von Kaiserslautern-West bis Wattenheim wurde 1936 eröffnet. Die weiteren Abschnitte zwischen Landstuhl und Frankenthal wurden bis 1941 freigegeben. Bereits während des Zweiten Weltkrieges wurde von der Deutschen Luftwaffe ein etwa drei Kilometer langes – zu diesem Zweck kerzengerade gebautes – Reichsautobahn-Stück zwischen Landstuhl und Kaiserslautern als Militärflugplatz genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen US-Amerikanische Truppen als Besatzungsmacht dieses Areal und errichteten dort den Flugstützpunkt Ramstein (Ramstein Air Base). Schon in den späten 1940er-Jahren überbauten sie die alte Autobahn-Piste mit einer Halle und legten etwa 200 m südlicher eine große, leistungsfähige Start- und Landebahn an. Die östliche und die westliche Zufahrt zum Flughafen besteht allerdings noch heute aus der Original-Trasse der ehemaligen Reichsautobahn Mannheim–Kaiserslautern, sie ist in den meisten Straßenkarten als eine „für den Verkehr gesperrte Schnellstraße“ eingezeichnet und gilt als Privatstraße des Bundes. In den 1950er-Jahren wurde die A 6 auf einer neuen Trasse in flachem Bogen südlich am Flughafen Ramstein vorbeigeführt und über Kaiserslautern hinaus bis zur Anschlussstelle der rheinland-pfälzischen Stadt Waldmohr gebaut, kurz vor der damaligen Staatsgrenze zum damals autonomen Saarland.

Heilbronn bis Nürnberg Bearbeiten

Die ersten Planungen für eine Autobahn von Heilbronn nach Nürnberg bestanden bereits 1935. 1938 wurde mit dem Bau von ersten Teilstücken zwischen Weinsberg und Bretzfeld-Schwabbach in Württemberg sowie zwischen Schwabach und Nürnberg in Franken begonnen. Letzteres wurde trotz des Krieges noch 1941 fertiggestellt.

1955 bis 1969 Bearbeiten

Frankreich bis Landstuhl Bearbeiten

Als infolge der Saar-Abstimmung 1955 der politische Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik zum 1. Januar 1957 erfolgte, konnte zum endgültigen, wirtschaftlichen Beitritt 1959 schon das Teilstück bis zur Anschlussstelle St. Ingbert-Ost und 1963 dann das Teilstück bis kurz vor Saarbrücken eröffnet werden. Dieses zweite Teilstück mit 9,35 km Länge war – bedingt durch zahlreiche Brückenbauten – zum Zeitpunkt seiner Erbauung mit 70 Millionen DM einer der teuersten Autobahnabschnitte Deutschlands. Das dritte Teilstück schloss dann 1969 die Lücke zum Anschluss an das französische Autobahnnetz am Grenzübergang Goldene Bremm.

Mannheim bis Heilbronn Bearbeiten

In den 1960er Jahren wurde die Autobahn zwischen dem Autobahnkreuz Mannheim und dem Autobahnkreuz Weinsberg bei Heilbronn verwirklicht. Durch die Bauarbeiten an der A 6 wurde Mitte der 1960er-Jahre der damalige Hockenheimring durchtrennt, der bis in die Ortschaft Hockenheim reichte. Das Teilstück in den Ort hinein wurde durch ein Motodrom östlich der Autobahn ersetzt. Die Tribünen befinden sich direkt neben der A 6 in Höhe des Dreieckes Hockenheim bzw. der A 61.

1970 bis 1979 Bearbeiten

Heilbronn bis Nürnberg Bearbeiten

Die Arbeiten am Lückenschluss zwischen Heilbronn und Schwabach wurden erst 1966 wieder aufgenommen. Hauptproblem waren dabei die Taleinschnitte des Kochers und der Jagst. Als letzter Abschnitt wurden im Jahre 1979 die 58 km Autobahn zwischen Anschlussstelle Kupferzell und Ansbach-West freigegeben. In diesem Abschnitt liegt auch die Kochertalbrücke bei Schwäbisch Hall, die mit 185 m höchste Brücke Deutschlands.

Nürnberg bis Amberg Bearbeiten

In den 1970er Jahren wurde auch der an das bereits bestehende Autobahnstück von Schwabach bis Kreuz Nürnberg anschließende östliche Weiterbau vorangetrieben. 1970/1971 wurde die 37 km lange Neubaustrecke von Kreuz Altdorf bis zur Anschlussstelle Amberg-West dem Verkehr übergeben. Bis 1979 folgten der Abschnitt Kreuz Nürnberg-Ost bis Kreuz Altdorf sowie die erste Fahrbahn zwischen Amberg-West und Amberg-Ost.

1980 bis 1996 Bearbeiten

Die Grenzöffnungen ab 1989 hatten zunächst wenig Auswirkung auf die A 6, deren Ostende weit von der Bundesgrenze entfernt war. Lediglich die zweite Fahrbahn der Umfahrung Amberg wurde 1991 fertiggestellt.

1997 bis 2008 Bearbeiten

Der Lückenschluss von Amberg bis Tschechien wurde erst in den späten 1990er Jahren in Angriff genommen, obwohl insbesondere östlich der A 93 auf der Bundesstraße 14 sich die LKWs stauten. Als erste Abschnitte wurden Waidhaus bis Bundesgrenze und Pleystein bis Waidhaus 1997 bzw. 1999 in Betrieb genommen. Am 27. Juli 2005 wurde der rund 10 Kilometer lange Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald und einer provisorischen Anschlussstelle östlich der AS Wernberg-Köblitz freigegeben. Die Kosten dieses Abschnittes beliefen sich auf rund 80 Millionen Euro. Am 6. Oktober 2006 wurde schließlich der restliche, bislang zweispurig ausgebaute Abschnitt bei Pleystein in Richtung tschechischer Grenze in einem Festakt vierspurig eingeweiht, nachdem sie bereits zwei Tage zuvor für den Verkehr freigegeben wurde.

Baubeginn für den letzten 20 km langen Abschnitt der A 6 zwischen Amberg-Ost und dem Kreuz Oberpfälzer Wald war im Juni 2004. Eine Einweihungsveranstaltung fand am 10. September 2008 statt, die Verkehrsfreigabe erfolgte am Tag darauf. Seitdem ist die A 6 von Frankreich bis Tschechien durchgehend befahrbar.

Aktueller Ausbauzustand Bearbeiten

Der Ausbauzustand entspricht auch heute noch zum großen Teil dem Alter der Autobahn. Im Gegensatz zu A 2 und A 4, die seit den 1990er-Jahren als wichtige innerdeutsche Verbindungen grundlegend und durchgehend modernisiert werden, wurden bei A 6 und A 8 bisher nur Teilstücke ausgebaut, obwohl insbesondere das durch EU-Beitritte und Schengener Abkommen gestiegene Verkehrsaufkommen aus Osteuropa dies dringend erforderlich macht.

Frankreich bis Landstuhl Bearbeiten

Der saarländische Abschnitt der A 6 ist bis einschließlich Kreuz Landstuhl-West vierspurig ausgebaut. Nur östlich von Saarbrücken wurden in Steigungsbereichen die Seitenstreifen zu dritten Fahrstreifen umfunktioniert.

Landstuhl bis Frankenthal Bearbeiten

Auch hier hat die Autobahn meist vier Fahrspuren, aber es gibt mehrere Abschnitte, in denen eine Richtungsfahrbahn über einen zusätzlichen dritten Fahrstreifen verfügt. Zwischen den Anschlussstellen Ramstein-Miesenbach und Kaiserslautern-West wurde die A 6 nach einer Sanierung der Fahrbahnen sechsstreifig (ohne Seitenstreifen) markiert. Außerdem wurde zwischen den Anschlussstellen Kaiserslautern-Einsiedlerhof und Wattenheim eine Verkehrsbeeinflussungsanlage errichtet. Die ehemalige Militäranschlussstelle in Kaiserslautern wurde zur Anschlussstelle Kaiserslautern-Ost (16b) ausgebaut. Ein kompletter sechsspuriger Ausbau ist erst für die Zukunft geplant.

Frankenthal bis Hockenheim Bearbeiten

Dieser vierspurige Bereich wurde von 2000 bis Ende 2008 zwischen Viernheimer Dreieck und Kreuz Mannheim auf sechs Spuren (s3+3s) ausgebaut. Die Fahrbahnbreite auf dem 6,5 km langen Streckenabschnitt veränderte sich dabei pro Fahrtrichtung von 8 m auf 14,50 m. Im Zuge dieser Fahrbahnverbreiterung wurden sieben Brückenbauwerke, ein Rastplatz und zwei Regenklärbecken errichtet. Besonderer Wert wurde auf den Lärmschutz gelegt. Dieser wurde durch folgende Maßnahmen erreicht:

  • lärmmindernder, griffiger Fahrbahnbelag aus neuartigem Waschbeton
  • Neutrassierung der Autobahn (Fahrbahn wird aus Lärmschutzgründen um bis zu 10 m abgesenkt)
  • Bau von ca. 10,5 km Lärmschutzwällen und Lärmschutzwänden (ca. 60.000 m²)

Durch diese Maßnahmen sollte eine Lärmreduktion von bis zu 10 Dezibel erreicht werden. Dies entspricht einer Reduktion der Verkehrsstärke um 90%. Im Rahmen dieser Baumaßnahme, deren Gesamtkosten 93 Millionen Euro betragen, wurden sieben Brücken- und Unterführungsbauwerke erstellt, darunter der Neubau der 400 Meter langen Neckarbrücke. Außerdem wurde ein neuer Parkplatz mit 22 Stellplätzen für LKW und 39 Stellplätzen für PKW sowie einer WC-Anlage angelegt. Die Zuständigkeit für Entwurf, Bauleitung und -überwachung lag beim Regierungspräsidium Karlsruhe.

Obwohl die A 6 grundsätzlich eine West-Ost-Verbindung darstellt, verläuft das Teilstück Viernheimer Dreieck bis Dreieck Hockenheim bzw. Kreuz Walldorf etwa 30 km weitestgehend parallel zur A 5 in Nord-Süd-Richtung.

Hockenheim bis Schwäbisch Hall Bearbeiten

Zwischen Dreieck Hockenheim und Kreuz Walldorf verfügt die A 6 wieder über sechs Fahrstreifen. Im Bereich zwischen Walldorf und dem Weinsberger Kreuz wurden abschnittsweise auf der eigentlich nur zwei Spuren breiten Fahrbahn drei Fahrstreifen ausgewiesen (unter Verzicht auf den Seitenstreifen), um im bergigen Gelände das Überholen der langsamen Lkw-Kolonnen zu ermöglichen. Um das Auto- und Technikmuseum Sinsheim und die Rhein-Neckar-Arena an die Autobahn anzuschließen, wurde 2008 die Anschlussstelle Sinsheim-Süd (33b) neu errichtet.

Schwäbisch Hall bis Nürnberg Bearbeiten

In diesem Bereich sind nur wenige Abschnitte mit mehr als zwei Spuren pro Richtungsfahrbahn versehen. Es gibt vor allem an Steigungen dreispurige Abschnitte. Das Autobahnkreuz Nürnberg-Süd wurde um eine Direktrampe (Overfly) erweitert. Diese zweispurige Rampe für den Übereckverkehr von der A 6 Heilbronn zur A 73 Richtung Nürnberg beseitigte eine der Hauptursachen für fast täglich auftretende Verkehrsprobleme im Süden Nürnbergs und wurde am 22. Dezember 2005 für den Verkehr freigegeben, rechtzeitig für die Fußball-WM 2006.

Nürnberg bis Tschechien Bearbeiten

Die gesamte Strecke verfügt hier über vier Fahrspuren.

Planung und Bau Bearbeiten

Zwischen den AS Schwabach-West und Kreuz Nürnberg-Ost wird derzeit der sechsstreifigen Ausbaus vorangetrieben, wobei nur das Teilstück zwischen der AS Roth und dem Kreuz Nürnberg-Süd sich zurzeit im Bau befindet.

Des Weiteren ist auf vielen Abschnitten ein weiterer Ausbau geplant:

  • Im Weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplans von 2003 ist der sechsstreifige Ausbau von Landesgrenze Saarland/Rheinland-Pfalz bis Anschlussstelle Ramstein-Miesenbach
  • Der Abschnitt Kaiserslautern-West bis Dreieck Kaiserslautern ist im Vordringlichen Bedarf
  • Der weitere Verlauf der A 6 von Dreieck Kaiserslautern bis Viernheimer Dreieck ist wiederum im Weiteren Bedarf.
  • Im Weiteren Bedarf ist auch der sechsstreifige Ausbau Kreuz Mannheim bis Dreieck Hockenheim.
  • Ein achtstreifiger Ausbau des Abschnitts Dreieck Hockenheim bis Kreuz Walldorf findet sich ebenso im Weiteren Bedarf.
  • Der Ausbau zwischen Kreuz Walldorf und Anschlussstelle Schwäbisch Hall (Vordringlicher Bedarf) befindet sich in Planung/Bau.
  • Im Weiteren Bedarf mit Planungsrecht befindet sich der weitere Verlauf bis Schwabach-West.
  • Von Anschlussstelle Schwabach-West bis Kreuz Nürnberg-Ost ist ein sechsstreifiger Ausbau im Vordringlichen Bedarf.
    • Zwischen Anschlussstelle Roth und Kreuz Nürnberg-Ost wird bereits bis voraussichtlich Ende 2011 ausgebaut.
  • Als letzter Abschnitt der A 6 befindet sich noch der Teilabschnitt Kreuz Nürnberg-Ost bis Kreuz Altdorf im Weiteren Bedarf.


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Bundesautobahn_6“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 21. März 2010 um 15:40 Uhr (Permanentlink) und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


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